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Die Kapitolinischen Museen – Menschen und Götter im antiken Rom

Dauer: 2 Stunden

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Diese Tour kann als komplementär zu jener durch Forum Romanum und Kolosseum betrachtet werden, weil sie all jenen Personen, die in der Antike Plätze, Tempel und Häuser bevölkert haben, ein Gesicht verleiht oder sie in ihrer Art plastisch werden lässt.


 In den Kapitolinischen Museen können sie die herrliche Bronzestatue des Herkules bewundern, jene aus Marmor von Mars in Kriegsausrüstung, die Gruppe des Polyphems in nachdenklicher Haltung, der betrunkene Faun in antikem, roten Marmor, die prächtige Zentaur und dutzend andere außergewöhnliche Statuen. Unter ihnen ist besonders die Reiterstatue von Marc Aurel erwähnenswert, deren Kopie auf dem Kapitolsplatz steht. Sie zeigt den einstigen römischen Kaiser äußerst detailgetreu – mit Bart, Venen und den typischen antiken Herrschersandalen. Ähnlich beeindruckend und gleichermaßen berühmt sind Kopf, Hand und Fuß der kolossalen Statue von Konstantin dem Großen, sowie der sterbende Galater, in dessen Gesichtsausdruck man sowohl Mut als auch Schmerz lesen kann. Im Gegensatz dazu sind die beiden Mosaike – einerseits mit Tauben, andererseits mit Masken – Symbole der Unsterblichkeit, die bestimmt jeder schon einmal gesehen hat, da sie häufig in schulischen Geschichtsbüchern abgebildet sind. Noch bekannter dürfte allerdings die Statue der Lupina sein, die der Sage nach die beiden Zwillinge Romulus und Remus gesäugt hat, welche schließlich die Stadt Rom gründeten. Zeitlich kann man sie auf das 5. Jh. v. Chr., in die Zeit der Etrusker, datieren, wenngleich sie bis heute als Symbol der Stadt Rom gilt. Des Weiteren enthält das Museum zahlreiche Büsten – von Cicero, Caesar, Nero, Homer, Sokrates, Platon, Aristoteles und vielen anderen.


 In der angrenzenden und gleichermaßen reich bestückten Pinakothek finden sich unter anderem zwei wunderschöne Gemälde Caravaggios. Beide Paläste sind durch ein unterirdisches Tunnel miteinander verbunden, das zur Zeit des römischen Reiches das Staatsarchiv (das Tabularium) war. Seine Entstehungszeit reicht bis ins 1. Jh. v. Chr. zurück und von ihm aus hat man einen wunderschönen Blick über die Talebene des Forum Romanum, auf die antiken Überreste des einstigen Glanzes der Stadt, der unvergessen ist.

Die Kapitolinischen Museen

Bei einer Reise durch die Geschichte der antiken Stadt begegnen wir den Menschen aus dem antiken Rom und den römischen Göttern, denen in zahlreichen Statuen ein Gesicht verliehen wurde – ganz egal, ob es sich dabei um Senatoren, Imperatoren, Dichter oder was auch immer handelte. An diesen zeitlosen Werken kann man zugleich das technische und künstlerische Wissen unserer Vorfahren ablesen.


 Die Kapitolinischen Museen enthalten eine der größten Sammlungen antiker Kunstwerke, die im Zeitraum von etwa fünf Jahrhunderten entstanden sind, wenngleich die Entstehung des Museums selbst weit später zu datieren ist. Sie geht wohl auf eine Schenkung zurück, die Papst Sixtus IV dem römischen Volk 1471 mit zwei großen Bronzestatuen machte. Der Konservatorenpalast liegt – vom Senatorenplatz aus gesehen – auf der rechten Seite, jener „Neue“ auf der linken, wenngleich ersterer den Platz dominiert. Namen und Funktion der beiden Bauwerke sind eng mit der Gründung der ersten Gemeinde Roms im Jahre 1144 verbunden. In jenem Jahr formierte sich eine gegenpäpstliche Revolution, die – im später so genannten Senatorenpalast – eine Gruppe von 50 Senatoren aufstellte und sie über die Regierung und die Gerichtsverwaltung der Stadt setzte.


 Doch im Spätmittelalter ging der Aufbau einer unabhängigen Stadtverwaltung – angesichts der weltlichen Macht der Kirche und der einzelnen Gemeinden – nur sehr langsam voran. Politische und juristische Strukturen gewannen erst im Zusammenhang mit der italienischen Renaissance und der damit verbundenen Aufbruchsstimmung in den neu entstandenen Städten – an Kraft und nahmen an Bedeutung zu. Im Jahre 1363 übertrug die Stadt ihre Regierung auf einen ausländischen Senator – einfach aus dem Grund, weil dieser als Unabhängiger über allen Parteien steht – und an drei so genannte Konservatoren, die die Aufgabe hatten, die neu an die Macht gekommenen sozialen Schichten zu repräsentieren.


 Bei den beiden etwa hundert Jahre später dem römischen Volk vermachten Bronzestatuen handelt es sich zum einen um die berühmte, zuvor bereits genannte Kapitolinische Wölfin, die eben in jener Zeit zum Symbol der Gemeinde ernannt wurde und heute das Symbol der Stadt Roms ist, und zum anderen um die Kolossalstatue des Konstantin.


 Bis heute hat sich die Sammlung der Kapitolinischen Museen immer weiter angereichert und beherbergt mittlerweile außergewöhnliche Werke in einem absolut einzigartigen Umfang. Außer Kunstgegenständen, die man sowohl im Konservatoren-, als auch im Neuen Palast findet, enthalten die Museen das unterirdische Staatsarchiv (das Tabularium) der Stadt, das im 1. Jh. v. Chr. erbaut wurde und von dem aus man eine spektakuläre und einzigartige Sicht auf die Talebene des Forum Romanum hat.

Die einzelnen Werke in Kürze

Die Reiterstatue von Marc Aurel aus Bronze hat dank eines Fehlers die systematische Zerstörung oder Abtragung heidnischer Kunstwerke im Mittelalter überlebt. In jener Zeit nahm man nämlich an, dass es sich bei der Statue um das Bildnis Konstantins handelt, der das Christentum als Staatreligion eingeführt hat, und ließ sie somit stehen. Die Originalstatue wird in den Museen aufbewahrt (auf dem Kapitolsplatz befindet sich nur eine Kopie derselben) und ist ein absolutes Meisterwerk. Marx Aurel, eine sehr reiche Persönlichkeit seiner Zeit, der das Streben und die Haltung eines Mannes des 2. Jh.s n. Chr. verkörpert, reiste – so sagt die Überlieferung – sehr viel, um sein Reich zu sichern und es kennen zu lernen. So ist es nur folgerichtig, ihn mit dem von ihm geliebten Pferd zu verewigen. Der Herrscher hebt die Hand nach vorn, was vermutlich als Friedens- oder Vergebungsgeste zu deuten ist, und hat einen ernsthaft nachdenklichen und entschiedenen Gesichtsausdruck. Marc Aurel vereint in sich den arbeitsreichen Denker, der er im Privaten war und den Herrscher über ein immenses und turbulentes Imperium, als ein Mann der Öffentlichkeit. Die Details wie sein Bart, die Venen seiner Beine, die Sandalen und die Muskeln des Pferdes zeugen von dem Können des Künstlers im 2. Jh. v. Chr. Die Kolossalstatue des Mars – gefertigt aus weißem Marmor – zeigt den Kriegsgott als Krieger mit einem reich dekorierten Panzer. Die Statue des Marforio aus dem 1. Jh. n. Chr. repräsentiert einen Fluss in Form einer Gottheit und war über Jahrhunderte hinweg Quelle der Inspiration für zahlreiche Künstler.

Der Kopf der Konstantinkolosses, sowie die Hände und die Füße aus Marmor, sind Teil einer riesigen Statue des Konstantin, der sitzend die Welt regiert und dessen Entstehungszeit bis ins Jahr 313 n. Chr. zurückreicht. Der Rest des Körpers war wohl nicht aus Marmor, sondern aus einem anderen Material, das womöglich nicht gemeißelt war, sondern den Körper lediglich – vermutlich mit einem bronzenen Gewand – bedeckte. Zur Zeit der römischen Republik scheint es, als habe es in Rom sieben solcher Kolossalstatuen gegeben, die den Göttern gewidmet worden sind. Dies wurde nur den Herrschern gestattet, konnten sie sich doch ausschließlich als Gottheit exponieren und sich schrittweise eine göttliche Aura zulegen. Der kolossale, bronzene Kopf der Konstatinsstatue überrascht durch die zahlreichen Gesichtzüge und den intensiven, ernsthaften und ein wenig mystischen sowie irrealen Blick des Herrschers, der an Konstantinopel und die neue byzantinische Kunst denken lässt. Die Weltkugel in seiner Hand gilt als Symbol der Macht über die ganze Welt. Die kapitolinische Wölfin, ein etruskisches Werk aus Bronze (gestaltet im 5. Jh. v. Chr.), weist eine zugleich gewöhnliche und majestätische Haltung auf. Sie verweist einerseits auf die antike Religiosität, die besonders oft in Tierfiguren die Kraft und das verborgene Gesicht der Götter darstellen, andererseits aber auch in Richtung der geheimnisvollen etruskischen Kultur, die auf der römischen Bürgerschaft basiert. Der Kapitolinische Brutus, ein Werk aus dem 4. Jh. v. Chr., überrascht durch die Ausdruckskraft des ganzen Gesichts. Die Augen – als eine der wenigen antiken Statuen konnten sie hier bewahrt werden – sind penetrant, ebenso Nase und Lippen, die zu dem eindringlichen Blick beitragen. Sie sind in die Bronze offenbar so gut eingraviert worden, dass man fast den Eindruck bekommt, einen Mann aus der Zeit der römischen Republik tatsächlich kennen zu lernen, beinahe so, als hätte man eine Zeitreise unternommen.

Der kapitolinische Galater steht auf eindrucksvolle Weise für den Augenblick des Todes und hat auch heute die Kraft, die Menschen zu bewegen. Er repräsentiert einen Gallier, ein Barbar, d. h. ein Mensch außerhalb der römischen Zivilisation und hat in dem Moment, in dem er schwer verletzt wird und kurz vor seinem Tode steht, zerzauste und lange Haare, einen ungepflegten Bart und eine Kette aus Leder. Er hat bereits sein Schwert fallen gelassen und verliert sterbend Blut. Aber im Angesicht des Todes wird auch der Feind (vom römischen Volk aus betrachtet) mit Würde bezeichnet, mit heroischer Haltung, wie ein Gefährte des unergründlichen Schicksals, das die Menschen stets begleitet. Die Statue des Galliers wurde in der Gegend der Gärten des Sallust’ aufgefunden, die zur Zeit der römischen Republik zu einer Villa Julius Caesars gehörten. Die kapitolinische Venus aus wertvollem Marmor des 1. Jh.s v. Chr. ist sehr kostbar und von äußerster Zartheit. Sie ist nackt dargestellt und verhüllt sich lediglich mit einem Schleier und einer einfachen Handbewegung, wobei sie ihre Hände auf die Beine und die Brust stützt. Ihre Augen scheinen unwirklich, göttlich und weit entfernt, während sie ansonsten möglicherweise gerade ins Wasser steigt oder auf den Olymp zurückkehrt, nachdem sie ein Bad genommen hat. Die zwei Zentauren in aschgrauem Marmor wurden von zwei griechischen Meistern gefertigt, sie sich schon im 1. Jh. v. Chr. in Rom niederließen. Es bleibt zu vermuten, dass der Grund dafür wohl die große Nachfrage seitens der wohlhabenden römischen Bevölkerung nach Kopien der griechischen Meister war. So sind auch diese beiden Figuren – halb Mensch und halb Pferd –, die mythenhafte Legenden personifizieren, einst in der Villa des Kaisers Hadrians in Tivoli aufgefunden worden. Der eine stellt einen jungen und stattlichen Mann dar, der andere im Gegensatz dazu einen alten und leidenden. Beide symbolisieren sie die Metamorphosen, denen ein Mensch unterworfen ist und stehen für den Menschen selbst ein, der ein Wesen zwischen Tier und Gott ist.

Des Weiteren kann man die Statue der Marsia bewundern, eine mythische Figur, die Apollon, den Gott des Gesangs mit ihrer Leier zu einem musikalischen Wettstreit herausfordern wollte. Also wurden die Musen als oberste Richter einberufen und der Wettkampf begann. Die erste Runde endete unentschieden, so dass Apollon vorschlug, die Instrumente zu tauschen, wozu Marsia einwilligte, aber schließlich unterlag. Als Strafe dafür, dass sie es gewagt hatte, einen Gott herauszufordern, wurde sie bei lebendigem Leibe gehäutet und an einer Pinie erhängt. Der Marmor der Statue verfügt über eine rötliche Maserung, die auf perfekte Art und Weise die Venen, das Blut und die gehäutete Haut imitiert. Die zwei Satyrstatuen – mythische Figuren und Mitglieder des fürstlichen Hofes des Dionysos – bilden den Mittelpunkt der üppigen Legendenzusammenstellung. Die obere Hälfte ihres Körpers gleicht dem eines Menschen, die untere der einer kleinen Ziege.

Das Taubenmosaik – ein Kunstwerk von erstaunlicher Feinheit und Poesie aus dem 2. Jh. n. Chr., war Teil des zentralen Mosaiks aus einem Saal der Hadriansvilla in Tivoli. Die vier Tauben halten mit dem Auflesen auf dem Rand eines Wasserkrugs inne und eine von ihnen streckt den Kopf vor, um zu trinken. Wahrscheinlich waren sie einst Darstellungen der Seele und ihrer Unsterblichkeit, die schließlich von den Christen zum Symbol des Heiligen Geistes ernannt worden sind. Das Mosaik ist aus kleinsten Marmorstücken zusammengesetzt und mit gläsernen Teilen durchsetzt, so dass es im Licht betrachtet, atemberaubende Farben hervorbringt. Nicht weniger eindrucksvoll ist das Maskenmosaik aus dem 3. Jh. n. Chr., das – außer uns den Eindruck großer griechischer Theaterkunst zu vermitteln – uns zwei Typen von Masken präsentiert: die ein zeigt ein schallend lachendes Gesicht, während die andere ein bestürztes und leidendes Gesicht zeigt. Ähnlich ausdrucksstark zeigt sich auch das Gesicht derStatue der betrunkenen Alten – einer Frau in fortgeschrittenem Alter, die in einer Straßenecke sitzt und einen Schlauch mit leerem Wein zu sich zieht, mit einem tobenden Gesichtausdruck, der zwischen Traurigkeit und Wahnsinn schwankt. Der Dornauszieher, ein Werk von besonderer Zagheit, stellt ein Kind dar, das mit einer einfachen Geste sich einen Dorn aus dem Fuß zieht. Die Statue wurde wahrscheinlich im 1. Jh. n. Chr. umgearbeitet, wobei ein Kopf aus dem 5. Jh. v. Chr. mit einem Körper aus dem 3. Jh. v. Chr. zusammengefügt wurde.

Die Kapitolinische Pinakothek verfügt über eine beachtliche Sammlung von Kunstwerken, darunter die Taufe Jesu von Tizian, der Heilige Sebastian von Guido Reni, Romulus und Remus von Paul Rubens, sowie zwei bedeutende Bilder von Caravaggio: La Buona Ventura ist ein Kunstwerk, das Caravaggio im Jahre 1595, mit gerade mal 24 Jahren schuf. Es weist schon die Klarheit und Ausdrucksstärke auf, die auch seine späteren Zeichnungen bestimmen wird und stellt einen jungen Herrn dar, der sich ahnungslos von einer Zigeunerin aus der Hand lesen lässt, während diese ihm dabei den Ring entwendet. Es soll den ewigen Konflikt zwischen Unschuld und List symbolisieren. Demgegenüber ist das Bildnis des Johannes des Täufers, das Caravaggio 1602 für die angesehene römische Familie Mattei malte, zum Ausdruck seiner neuen Malweise schlechthin geworden: Der Hintergrund des Bildes ist dunkel, wenngleich an einzelnen Stellen sich ein Lichtstrahl durchbricht und zwar derart, dass es scheint, als handle es sich dabei um eine Offenbarung des Absoluten. Der Heilige Sebastian ist als einfacher Jüngling dargestellt, der in kindlicher Unwissenheit über sein künftiges Schicksal mit einem Widder spielt und sich dabei in einer mysteriösen und sinnlichen Pose befindet.

Das Kapitol

Die Geschichte des heiligen Hügels der Stadt ist lang und lässt sich mittels archäologischer Funde, wie bspw. von Werkzeugen aus Metall und Überresten menschlicher Siedlungen, auf das 12. Jh. v. Chr. zurückdatieren.


 Ursprünglich bestand der Kapitolshügel lediglich aus zwei bewaldeten Anhöhen, die durch ein kleines Tal voneinander getrennt waren, das in etwa dem heutigen Kapitolsplatz entspricht. Die Erbauung des großen Tempels Tempels zu Ehren Jupiters, , des höchsten römischen Gottes, wurde mit ziemlicher Sicherheit schon von den Tarquinen (jener römischen Familie, aus der die letzten römischen Könige entstammen) in Auftrag gegeben. Er stand, wie die Fundamente belegen, die unter dem Palazzo Caffarelli entdeckt worden sind, wohl auf der größeren der beiden Anhöhen, neben dem Konservatorenpalast, der heute auch Teil der Kapitolinischen Museen ist. Im Gründungsjahr der Republik, im Jahre 509 v. Chr., in dem auch eine politische, juristische und religiöse Neugestaltung der Stadt veranlasst wurde, fand die feierliche Tempeleinweihung statt. Auf der anderen, kleineren Anhöhe befand sich statt dessen der Tempel der Juno, die mit Jupiter verheiratet war. Zudem war dies auch der Platz der staatlichen Münzprägestätte in der Antike. Über den Tempel der Juno ist heutzutage viel bekannt, weil er sowohl einer der meist bewunderten und besuchten Tempel Roms war als auch einer der bedeutendsten Tempel des Altertums überhaupt. Die römischen Machthaber haben außerdem für die Stadt nichts unternommen, ohne dazu (mit Hilfe spezieller Riten und Opfern) den Willen der Götter – im Speziellen die Göttin Juno – zu befragen. Die heidnische Religion war deshalb in der Tat eng mit den Ereignissen der Stadt und folglich auch mit der Politik verbunden. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die höchsten Priester, egal welchen Kultes, zur Zeit der Republik vom Senat bestimmt wurden. Damit stellte man sicher, dass sie sich zu nichts anderes berufen fühlten und auch an keinen anderen religiösen Riten teilnahmen.

 In der unmittelbaren Umgebung dieser Hügel begannen jedoch nicht nur die Schlachten und Eroberungszüge der Stadt, sondern fanden auch Siegeszüge erfolgreicher Generäle statt und wurden Dankopfer dargebracht. Im 1. Jh. v. Chr. wurde schließlich auf der Seite des Hügels, die sich zum Forum hinneigt, das imposante Tabularium errichtet. Der Sitz des Staatsarchivs umfasste zwei ausladende Stockwerken, auf dessen oberstem sich ein majestätischer Portikus befand.


 Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches verwaiste ein Großteil der antiken Stadt und mit ihm auch nach und nach der Kapitolshügel. Erst auf die Initiative mächtiger römischer Familien hin, wurde er schrittweise umgewandelt, Türme gebaut und Kirchenglocken eingesetzt, wie sie für das Mittelalter typisch waren. Mit der Entstehung der ersten Gemeinde Roms (1144) verlagerte sich die Aufmerksamkeit außerdem auf die andere Seite des Tabulariums, auf jene, von der man heute auch den Senatorenpalast erreicht. Im Jahre 1299 wurde eine große Loggia mit Blick auf das rege und zunehmende Markttreiben des Spätmittelalters. Im Jahre 1471 wurde der Hügel – durch die Schenkung zweier bronzener Figuren von Papst Sixtus IV (s. o.) – zum Hügel der Erinnerung. Er wurde erneut zum Zentrum der Macht und wies einerseits in Richtung der glorreichen Vergangenheit der Stadt und andererseits eine möglicherweise ebenso bedeutende Zukunft.


 Schließlich gab Papst Paul III Farnese im Jahre 1537 dem Platz wieder ein Stück seines alten Glanzes zurück, indem er den namhaften Michelangelo damit beauftragte, den Platz zu einen und auszubauen. Ergebnis seiner Anstrengungen ist der noch heute zu bewundernde Kapitolsplatz mit seiner beeindruckenden Architektur.


 Michelangelo rekonstruierte die Fassade des Senatorenpalastes mit seiner harmonisch-ausgewogenen Fensterreihe, mit Architraven und Kapitellen und ergänzte dieselbe Fassade – mit einem großen Portikus als Säule, am Konservatorenpalast. Um dem Platz Symmetrie zu verleihen und die Perspektive zu betonen, errichtete er auf der anderen Seite den Palazzo Nuovo – ein Spiegelbild des Konservatorenpalastes. Derselbe Papst (Paul III, Farnese) initiierte auch die Aufstellung der Reiterstatue Marc Aurels in der Mitte des Kapitolsplatzes (heute kann man auf dem Platz nur noch die Kopie der Statue bewundern, während das Original sich in den Kapitolinischen Museen befindet). Auch die Treppe, die heute – auf der dem Forum entgegengesetzten Seite auf den Kapitolsplatz führt, stammt von Michelangelo. Das gesamte Projekt der Neugestaltung des kapitolinischen Hügels wurde erst nach dem Tod des Meisters Michelangelo zu Ende gebracht, so dass er selbst nicht mehr erlebte, wie die beiden antiken Bronzestatuen am oberen Ende des Geländers aufgestellt wurden. Doch so wie der Platz damals fertiggestellt wurde, so hat er sich bis heute erhalten.

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